“Der BDI hält für das Jahr 2010 ein Exportwachstum von acht Prozent für wahrscheinlich.” Dies sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf bei der Vorstellung des neuen BDI-Außenwirtschafts-Reports. “Der deutsche Exportmotor ist wieder angesprungen. Jetzt appelliert die Wirtschaft für ein entschlossenes Vorgehen der G8- und G20-Staaten zur Regulierung der Finanzmärkte und gegen Wettbewerbsverzerrungen bei ihrem bevorstehenden Treffen in Kanada.”

In den jüngsten drei Quartalen wuchsen die Exporte im Vergleich zum jeweiligen Vorquartal im Schnitt um 4,5 Prozent. Trotz dieser Steigerung lagen die Ausfuhren aufgrund des Exporteinbruchs während der Wirtschaftskrise im ersten Quartal immer noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau – um zwölf Prozent.
“Die internationale Nachfrage nach ‘Made in Germany’ kann Deutschland aus der Krise ziehen”, sagte der BDI-Hauptgeschäftsführer. “Insbesondere die Erwartungen der Chemie- und Elektroindustrie sind weiter positiv. Allerdings gibt es immer noch kein selbsttragendes Wachstum in Deutschland”, warnte Schnappauf.
“Die Risiken für den Welthandel mehren sich. Deshalb erwartet der BDI von den G8- und G20-Staaten schnelle Fortschritte bei der Regulierung der Finanzmärkte und mehr Engagement gegen Handelsbeschränkungen und Wettbewerbsverzerrungen”, betonte Schnappauf. Statt Handelshemmnisse abzubauen, seien zwischen November und April unter den G20-Ländern 73 neue Handelsbeschränkungen erhoben wurden, nur 18 liefen aus oder wurden abgebaut. Schnappauf: “Das ist ein alarmierender Trend.”
Auch bei Rohstoffen wurden neue wettbewerbsverzerrende Maßnahmen eingeführt. Der G20-Prozess ist laut BDI der geeignete Rahmen, um die Möglichkeiten einer weltweit gleichgerichteten Fusionskontrolle auszuloten. Hier sind sowohl die wichtigsten Rohstoffimporteure als auch die Rohstofflieferländer vertreten.

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