Das iPhone 4 Antennenproblem tauchte erstmals Mitte 2010 auf, kurz nach dem Verkaufsstart des schicken Smartphones. Nutzer berichteten, dass sie den Empfang verlören, wenn sie das iPhone nur falsch anfassen, Steve Jobs trat vor die Presse und versuchte zu beschwichtigen. Das Problem war jedoch real, es wurde später zugegeben und auch in seinen Ursachen identifiziert.

Der Todesgriff beim iPhone 4

In den ersten Nutzerbeschreibungen zum iPhone 4 Antennenproblem war schon die ganze Wahrheit verborgen. Denn die User schrieben in Netzforen übereinstimmend, dass sie den Empfang verlieren, wenn sie ihr Handy “falsch anfassen”. Genau da lag der Hase im Pfeffer. Apple hatte beim iPhone 4 Folgendes getan: Um die Antenne ins Gehäuse zu integrieren, lief um dieses – unter der Hülle verborgen – ein durchbrochener Draht als Zusatzantenne. Durchbrochen deshalb, weil jedes moderne Smartphone auf verschiedenen Frequenzen empfängt und sendet, nämlich für GPRS/UMTS und HSDPA, WLAN, Bluetooth und demnächst auch LTE. Für die verschiedenen Frequenzen hatte Apple den Antennendraht durchbrochen. Jedes Mal, wenn der Nutzer das Handy auf eine bestimmte Weise anfasste, überbrückte er mit seinen Fingern die Lücken in der Gehäuseantenne, mit der fatalen Folge eines zusammenbrechenden Funknetzes. Das Antennengate versuchte Apple mit einer Zusatzhülle für das iPhone 4 zu beheben, allerdings kam der Schritt etwas zu spät. Das Problem war nämlich (trotz aller Dementi) eigentlich den Apple-Ingenieuren bekannt. Schon das Vorgängermodell iPhone 3GS war mit einer entsprechenden Schutzhülle ausgeliefert worden, die 80 Prozent aller Nutzer erhielten. Das iPhone 4 Antennenproblem trat einfach deshalb auf, weil zum Verkaufsstart nicht genug Hüllen zur Verfügung standen (nur für rund 20 Prozent der Geräte). Damit überstieg die Zahl der Beschwerden eine kritische Masse, die zur großen Medienaufmerksamkeit führte. Nicht jeder Nutzer umklammert ja sein Handy, beim iPhone 4 waren es aber wegen der fehlenden Schutzhülle weltweit zu viele.

Isolierband oder Schutzhülle?

Amerikanische Verbraucherschützer empfahlen, das iPhone 4 Antennenproblem mit etwas Isolierband an den kritischen Stellen zu beheben, auch die Schutzhülle würde freilich helfen. Beides löst bei iPhone-Fans bestenfalls ein müdes Lächeln oder gelindes Kopfschütteln aus. Gerade die Optik aus Glas und Metall ist ja der Hingucker schlechthin beim iPhone. Das Problem soll allerdings auch mit einer Menü-Einstellung (fast) behoben werden können: Man muss den 3G-Empfang (UMTS/HSDPA) abschalten, damit werden andere Frequenzen nicht mehr oder kaum noch behindert. Das kann allerdings nicht im Sinne eines iPhone-Nutzers sein. Zwar sollen die Internet-Ladezeiten ohne 3G über den EDGE-Standard immer noch recht brauchbar sein, doch wer verzichtet schon freiwillig auf die bestmögliche Funkverbindung? Eine wirkliche Lösung scheint im November 2011 nicht in Sicht, und mit dem iPhone 4S deuten sich schon neue Probleme an: Hier sind es die Akkus, die in Einzelfällen viel zu schnell schlappmachen.

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