Mark Zuckerberg, Facebook-Gründer und Chef des Unternehmens, sollte vor dem US Kongress „gegrillt“ werden – am Ende schlug sich Zuckerberg aber derart gut, dass seine „Leistung“ von Anlegern und Analysten honoriert wurde.

Facebook-Aktie stieg um 4,5 Prozent

Foto: geralt / pixabay.com

Mark Zuckerberg hat vor dem Senat alles richtig gemacht – nach seinen Aussagen kletterte das Facebook-Wertpapier um 4,5 Prozent (165,04 US Dollar / 133,42 Euro laut CMC Markets). Bislang galt Zuckerberg als jemand, der Probleme hatte, wenn ihm in der Öffentlichkeit kontroverse Fragen gestellt wurden. Gerne wird in diesem Zusammenhang auf die vor acht Jahren stattgefundene Konferenz von „All Things D“ verwiesen – Zuckerberg war schweißgebadet, musste sogar seinen Kapuzenpulli vor Ort ausziehen. Seit diesem Zeitpunkt hat sich aber einiges getan – Facebook ist an der Börse, Zuckerberg sammelte Erfahrungen als Lenker des Konzerns und wurde Vater zweier Kinder.

Jetzt, in der wohl schwersten Krise, hat er bewiesen, dass er erwachsen wurde und es sogar mit den Politikern aufnehmen kann, die ihn wohl vorführen wollten. Auch wenn der Facebook-Chef zu Beginn nervös war, so wurde er mit der Zeit mutiger, widersprach den Senatoren oder fiel ihnen sogar auch ins Wort. Dabei wiederholte Zuckerberg immer wieder, Facebook würde keinerlei Nutzerinformationen verkaufen, sondern den Werbekunden den Zugang zu den Mitgliedern ermöglichen – die Daten würden den Nutzern gehören. Das Ergebnis der Anhörung? Die Analysten und Anleger trieben den Kurs der Facebook-Aktie in die Höhe.

„Es war ein Fehler“

Nachdem der Skandal bekannt wurde, stürzte Facebook – innerhalb eines Monats – um 11 Prozent ab. Der Hintergrund? Cambridge Analytica, eine Analysefirma, soll die Daten von rund 80 Millionen Facebook-Usern zur Beeinflussung des US Präsidentenwahlkampfs 2016 abgerufen haben. Es ging dabei aber nicht nur um die Daten diverser Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die Daten der Facebook-Freunde. Mehr als 87 Millionen User könnten betroffen sein. Facebook wusste von der illegalen Datenweitergabe, gab sich 2015 aber damit zufrieden, dass Cambridge Analytica versprach, die Daten zu löschen. Das ist jedoch nicht passiert.

Zuckerbergs Kommentar? „Es war ein Fehler. Wir hätten Cambridge Analytica sofort von unserer Plattform verbannen müssen.“ Ist der neuerliche Anstieg der Aktie aber tatsächlich nur auf die Zuckerberg-Anhörung zurückzuführen? Sehr wohl spielen auch andere Aspekte mit – so hat sich einerseits die Stimmung an der Wall Street verbessert, weil sich der Handelsstreit zwischen China und den USA entspannen könnte, andererseits gab es auch genügend Anleger, die der Meinung waren, so günstig werden sie das Wertpapier in naher Zukunft nicht erwerben können.

Seit 2012 an der Börse

Facebook ging im Mai 2012 an die Börse – der Preis: 38 US Dollar. Nach einem schwachen Start und einem Absturz (17,55 US Dollar/Aktie), konnte sich der Kurs jedoch stabilisieren. Seit Mitte 2013 ging es in weiterer Folge nach oben. Gemeinsam mit Amazon, Netflix, Apple und Alphabet gehört Facebook zu den sogenannten FAANG-Aktien und somit zu den aktuell populärsten Technologiewerten der Welt. Erst mit 19. März 2018 geriet Facebook erstmals in Schwierigkeiten – die Facebook-Aktie stürzte um 7 Prozent ab, sodass das Wertpapier auf den tiefsten Stand seit Juli 2017 (149 US Dollar) landete. Nach der Anhörung Mark Zuckerbergs konnte sich das Wertpapier jedoch wieder erholen – wer in Facebook investieren will, muss aktuell um die 165 US Dollar/Aktie zahlen.

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