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Banken drohen Verlustgeschäfte durch fehlerhafte Gebührenabrechnungen

Hamburg (ots) – Banken erwirtschaften vor allem aus dem Gebührengeschäft hohe Erträge. Diese sind zukünftig jedoch gefährdet, denn zahlreiche Kredithäuser haben ihre Gebührenmodelle nicht mehr im Griff. Die Folgen für die Banken sind weitreichend: Weniger Wertpapierverkäufe und unterbezahlte Dienstleistungen. Außerdem haben die Kredithäuser keine Handlungsfreiheit, um Gebühren festzulegen. Der Grund: Den meisten Banken fehlt eine einheitliche Datenbasis. Das ergibt eine aktuelle Marktbeobachtung von NIELSEN+PARTNER.

Zehn Milliarden Euro neues Kapital haben Anleger seit Jahresbeginn der deutschen Fondsbranche anvertraut. Bereits im vergangenen Jahr konnten die Anbieter 87,1 Milliarden Euro einsammeln. Ein positives Zeichen für die Banken – allerdings gilt es, Fehler in den Gebührenabrechnungen zu vermeiden. “Die meisten Banken arbeiten mit zahlreichen Partnern zusammen: Der Vertrieb kooperiert mit Anlagegesellschaften, Emissionshäusern, Depot- und Investmentbanken. Alle diese Akteure haben nicht nur unterschiedliche Anforderungen an die Bank, sie arbeiten auch mit unterschiedlichen Datenquellen und -systemen”, sagt Marco Forster von NIELSEN+PARTNER. Aus diesem Grund fehlt meist eine einheitliche Datenbasis, welche die zahlreichen Informationsquellen bündelt. Bei den Gebührenberechnungen greifen die Mitarbeiter deshalb auf unterschiedliche Excelsheets oder gar händische Rechnungen zurück. Werden diese Prozesse nicht professionalisiert, besteht die Gefahr, dass die Bank Erträge verliert. Aus uneinheitlichen Daten ergeben sich falsche Berechnungen. Die Folge: Die Bank würde unter Umständen weniger Wertpapiere verkaufen als möglich oder zu niedrige Gebühren für ihre Dienstleistungen bekommen. Zudem sind die Kredithäuser meist nicht in der Lage, Gebührenszenarien zu berechnen, da keine einheitliche Datenbasis besteht. So bleibt ihnen kein Handlungsspielraum bei der Anpassung von Gebühren.

Ein weiteres Hindernis liegt innerhalb der Bank: Auch hier arbeiten die Abteilungen oft mit verschiedenen IT-Systemen. “Die schnellste Lösung setzt sich häufig durch. Da jeder anders arbeitet, etablieren sich erfahrungsgemäß eine Vielzahl von Arbeitsprozessen. Auch diese müssen aber harmonisiert werden, um die notwendige einheitliche Datenbasis schaffen zu können”, erklärt Marco Forster. Um das Gebührenchaos in den Griff zu bekommen und einem Image-schaden vorzubeugen, müssen die Bankhäuser genau analysieren, welche IT-Systeme im Haus überhaupt vorhanden sind und aus welchen Quellen die Daten bezogen werden. “Ein erster Schritt wäre, alle Datenquellen in einem Data Warehouse, also einer einheitlichen Datenbank, zusammenzufassen”, sagt Marco Forster. “Zudem sollte die Bank erwägen, das Gebührengeschäft grundsätzlich von einer Software unterstützen zu lassen, um einem Chaos langfristig vorzubeugen.”

Ein sorgfältiges Datenqualitätsmanagement mit einer einheitlichen Datenbank hat für die Mitarbeiter nicht nur Vorteile bei der Gebührenberechnung. Sie schafft auch Transparenz im Kundengeschäft. Die Anlageberater haben schnellen Zugriff auf einheitliche und vor allem gesicherte Daten. So können sie die Rückfragen ihrer Kunden im Detail beantworten. Gerade im sensiblen Gebührengeschäft haben die Banken so die Möglichkeit, vorhandenes Vertrauen weiter auszubauen. Im wachsenden Konkurrenzkampf um die Kunden verschaffen sich die Banken so eine gute Ausgangsposition. Über NIELSEN+PARTNER Die NIELSEN+PARTNER Unternehmensberater GmbH ist eines der führenden Consultingunternehmen im Portfolio- und Asset- Management. Die Firma berät seit mehr als fünfzehn Jahren Banken, und Kapitalanlagegesellschaften und Vermögensverwalter bei der Auswahl, Einführung und Entwicklung von Software für die Verwaltung von Vermögen wohlhabender Privatkunden und institutioneller Anleger. Seit fünf Jahren gehören auch Themen wie die Prozessberatung zum Serviceangebot. Insgesamt hat das Unternehmen zurzeit 50 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr erzielte NIELSEN+PARTNER einen Gesamtumsatz in Höhe von 5,8 Millionen Euro. Internet: www.nundp.com

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