Ratgeber

Finanzen verwalten mit nur einem Klick

Lange Zeit war der Finanzmarkt für die meisten Anleger in Deutschland eher ein Fremdgebiet. In vielen Ländern wie zum Beispiel den USA sind Finanzprodukte wie Aktien oder Anleihen auch für Kleinanleger nicht wegzudenken, während in Deutschland dagegen Versicherungen und Immobilien für viele immer noch der größte Teil der Altersvorsorge ausmacht. Das eigene Haus fühlt sich für viele natürlicher an als die Beteiligung an einem internationalen Konzern. Sie sehen sich selbst mehr als Vermieter, und weniger als Investor. Gerne unterschätzt werden dabei die Risiken und der Aufwand, der mit dem Kauf einer Immobilie einhergeht. Andere legen ihre Finanzen lieber gleich in fremde Hände und vertrauen auf die Expertise der örtlichen Bankberater oder Versicherungsvertreter.

Altersvorsorge im Zeitalter der Niedrigzinsen

Die Zeiten haben sich allerdings geändert. Bei den Banken drohen Strafzinsen, die EZB hat am 08.07. das Inflationsziel nach oben korrigiert und der Immobilienkauf wird immer teurer wobei in vielen Städten bereits von einer Immobilienblase gesprochen wird. Gleichzeitig befindet sich auch die gesetzliche Rente in einer immer akuter werdenden Krise, sodass Verbraucher gezwungen sind, sich Gedanken über ihr Vermögen zu machen.

Immer mehr wagen sich dabei selbst an den Finanzmarkt und nehmen ihre Finanzen in die eigene Hand und vermeiden den Umweg über Dritte und sparen sich so Provisionen und Verwaltungsgebühren. 2020 stieg die Zahl der gehandelten Finanzprodukte um 150 Prozent. Das Deutsche Aktieninstitut verzeichnet insbesondere bei jungen Leuten einen “Boom” am Finanzmarkt. Dabei lockt viele der Traum von finanzieller Unabhängigkeit, während andere sich eine Sicherheit im Alter wünschen.

Bemerkenswert ist insbesondere, dass der Aufschwung gerade in dem Jahr stattfand, an dem der DAX aufgrund der Pandemie seinen größten Einbruch seit Jahren erlebte. Trotz Krisenstimmung wurde investiert und mutige Anleger profitierten von den steigenden Kursen, die dem DAX inzwischen auf einen neuen Höchststand verholfen haben. Gleichzeitig besteht immer noch bei vielen die Furcht, vor den Risiken und der vermeintlichen Undurchsichtigkeit der Welt der Finanzprodukte.

Die Digitalisierung der privaten Vermögensverwaltung

Dabei sind die Möglichkeiten so groß wie nie zuvor. Während früher der Handel mit Finanzprodukten noch als Vollzeitjob galt, der besser Experten überlassen werden sollte, gibt es im Internet heute unzählige Informationen für Verbraucher, die sich für das Thema Vermögensaufbau interessieren. Auf Plattformen kursieren immer mehr Videos, die den Einstieg in die Welt der Finanzen erleichtern sollen und in Foren tauschen sich Kleinanleger über Strategien und aktuelle Entwicklungen aus. Unternehmen, wie MSCI, bieten speziell für Kleinanleger Produkte an, mit denen Verbraucher breit gestreut in Aktien investieren können und dabei die Kosten so gering zu halten, dass sich bereits kleinste Summen sinnvoll anlegen lassen. So können Verbraucher ohne großen Zeitaufwand, sogar mobil von unterwegs mit Aktien Apps ihre Finanzen verwalten und sich unabhängig von Banken oder Fondsmanagern machen.

Werden Aktien nun bald die Banken und Versicherungen komplett aus der privaten Altersvorsorge verdrängen? Nein. Viele Menschen wollen sich nicht mit dem Thema beschäftigen und das ist auch in Ordnung. Dennoch ist zu begrüßen, dass immer mehr Menschen in Deutschland den Mut haben ihre Finanzen in die eigene Hand zu nehmen und selbstständig ihren Vermögensaufbau zu organisieren.

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